Ukrainische Freie Universität

Ukrainian Free University • Український Вільний Університет

Geschichte


Kurzer geschichtlicher Überblick der UFU

Die Ukrainische Freie Universität wurde am 17. Januar 1921 in Wien, der Hauptstadt von Österreich, gegründet. Noch im Herbst des gleichen Jahres wurde der Sitz in die tschechoslowakische Republik, nach Prag, verlegt. Gründer dieser privaten ukrainischen Universität außerhalb der Ukraine waren solche namhaften Gelehrten wie O.Kolessa, I.Horbačevskyj, S.Dnistrjanskyj, M.Hruševskyj. In Prag wurde die Universität von der Regierung, insbesondere vom Präsidenten Tomas G. Masaryk, unterstützt, ihr wurden Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und finanzielle Zuschüsse gewährt. In dieser Zeit lebte in Prag eine Reihe ukrainischer Professoren, Wissenschaftler und Studenten, und dies kam der Entwicklung der Universität zugute. Anfangs wurden zwei Fakultäten eingerichtet – die philosophische Fakultät und Fakultät für Rechts- und Sozialwissenschaften (solche Struktur dauerte bis 1999, bis man zusätzlich eine Fakultät für Ukrainistik  einführte). Im ersten Semester hatten sich über 700 Studenten eingeschrieben. Der erste Senat bestand aus den Professoren: O.Kolessa, D.Antonowyč, S.Dnistrjanskyj, W.Starosolskyj. Dem Professoren­kollegium gehörten namhafte ukrainische Wissenschaftler an.

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Nach dem zweiten Weltkrieg hat die UFU ihre Tätigkeit in München (Bayern) wieder aufgenommen. So ist, nach der gewaltsamen Schließung der Universität in Prag, wo auch die Biblio­theksbestände und das Archiv geblieben waren, nur ein Teil des Professorenkollegiums nach München gekommen. (Mit dem Einmarsch der Sowjetarmee in Prag im Frühjahr 1945 sind die Bestände der Universität entweder vernichtet oder in die UdSSR abtran­sportiert worden, der Rektor, Pfr.A.Wološyn wurde verhaftet und nach Sibirien deportiert, wo er kurz darauf verstarb).  Im Herbst 1945 hat die UFU den Lehrbetrieb wieder aufgenommen. Am 16. September 1950 wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, mit dem Ministerialerlass Nr. XI 60710, der Universität das Promotions- und Habilitations­recht genehmigt. Nach einer Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes wurde dieses Recht am 28. Juni 1978 erneut bestätigt. Somit darf die Universität die Titel eines „Magister“, eines „Doktor“ und eines „Doktor habil.“ vergeben.

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Anfangs wurde die UFU von der Bundesregierung und von der Bayerischen Staatsregierung finanziell unterstützt und konnte auf diese Weise ihre wissenschaftliche Tätigkeit erfolgreich durchführen. Somit ist sie zu einem bekannten Zentrum für Studien der Ukrainistik     in Westeuropa geworden. Nach der Unabhängigkeit der Ukraine haben beide Regierungen ihre Zuschüsse eingestellt, mit der Begründung, dass nun der ukrainische Staat die Universität unterstützen möge. Heute finanziert sich die Universität durch eigene Mittel.

Während bei ihrer Gründung die Universität eine „Exiluniversität“ war, hat sie heute den Charakter einer Universität mit Zugehörigkeit zur Europäischen Union angenommen. Sie ist die einzige ukrainische Universität außerhalb der Ukraine mit Ukrainisch als Vorlesungssprache und mit der Genehmigung zur Vergabe von akademischen Titeln. Heute besteht die wichtigste Aufgabe der UFU darin, ein führendes Zentrum für Studien der Ukrainekunde in der Europäischen Union zu sein und eine Art Brücke zu bilden zwischen der Ukraine und Deutschland sowie anderen europäischen Ländern. Außerdem ist sie bemüht ein kulturelles Orientierungszentrum zu sein für die sog. „Vierte Welle“ von Ausreisenden aus der Ukraine in verschiedene europäische Länder. Mit ihrer vielschichtigen Arbeit ist die Ukrainische Freie Universität bemüht, Barrieren zwischen den Ländern zu beseitigen und zu besserem Verständnis unter den Völkern beizutragen.

NEUERSCHEINUNGEN

Hryhorij Skovoroda: Ausgewählte Werke

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Hryhorij Skovoroda, Ausgewählte Werke, Eingeleitet und übersetzt aus dem Altukrainischen von Roland Pietsch, mit einem Vorwort von Yaroslava Melnyk, München 2013 – 256 S.