03 März, 2026

“Wieso seid ihr noch am Leben?” – Eine Mahnung aus der Geschichte im Herzen Münchens

Am 2. März 2026 wurde im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München eine tiefgreifende Ausstellung eröffnet, die ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte beleuchtet: Der Holodomor 1932/33 in der Ukraine.

Diese Eröffnung war mehr als eine akademische Veranstaltung – es war ein Akt der Gerechtigkeit und des gemeinsamen Gedenkens. Ukrainische Freie Universität – Український Вільний Університет war stolz, durch Dr. Liliia Bondarenko und Dr. Roman Tiutenko vertreten zu sein, um die Stimme der freien ukrainischen Wissenschaft in diesen wichtigen Diskurs einzubringen.

​EIN VERBRECHEN GEGEN DIE IDENTITÄT
​Prof. Martin Schulze Wessel (MHZ) und Generalkonsul Generalkonsulat der Ukraine in München Yurii Nykytiuk machten in ihren Reden deutlich: Der Holodomor war kein „Unglück“, sondern Stalins kalkulierte Antwort auf den massiven Widerstand der Ukrainer gegen die Sowjetisierung. Es war der Versuch, die „ukrainische Ukraine“ physisch und kulturell zu vernichten.

​DIE BRÜCKE ZUR GEGENWART
​In einem bewegenden Grußwort im Namen der Rektorin der UFU, Prof. Larysa Didkovska (vorgetragen durch Dr. Liliia Bondarenko), wurde die historische Verantwortung unserer Universität betont:
​„Während das Wort ‘Holodomor’ in der Sowjetunion unter Todesstrafe verboten war, bewahrten Professoren und Studenten der UFU hier in München die Archive und die Wahrheit. Wir waren die Stimme der zum Schweigen Verdammten.“
​Die Parallelen zur heutigen Zeit sind erschütternd. Wie Dr. Volodymyr Tylishchak (UINP) in seinem Referat (vorgetragen von Dr. Gerhard Gnauck) ausführte, nutzt das heutige Regime im Kreml erneut Hunger, Kälte und Terror als Waffen. Die Botschaft ist klar: Die Straflosigkeit von gestern führt zu den Verbrechen von heute.

​WIDERSTAND UND MENSCHLICHKEIT
​Trotz der grauenhaften Statistik – bis zu 28.000 Tote pro Tag – zeigt die Ausstellung auch die unbeugsame Würde des Einzelnen. Von mutigen Dorflehrern bis hin zu einfachen Bauern, die unter Lebensgefahr Getreide teilten: Dieser Funke Menschlichkeit ist das Fundament, auf dem die heutige ukrainische Unabhängigkeit steht.

​📍 Besuchen Sie die Ausstellung:
Die Ausstellung ist bis zum 10. April 2026 im Dekanatsgang der LMU (Geschwister-Scholl-Platz 1) zu sehen. Wir laden alle Mitglieder der akademischen Gemeinschaft und die Münchner Öffentlichkeit ein, diese Zeugnisse zu sehen und die Geschichte der Ukraine als Teil unserer gemeinsamen europäischen Geschichte zu begreifen.
​Erinnerung ist eine Form des Widerstands.
📝 Dr. Liliia Bondarenko

Andere News aus dem Bereich
News

„Krisen spalten nicht nur, sie können auch stärken“: UFU-Kanzler Dmytro Shevchenko nahm an einer Podiumsdiskussion zum Tag der Deutschen Einheit teil

Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit fand ein internationales Zukunftsforum statt, das sich einem zentralen Thema unserer Zeit widmete: „Identität und Gerechtigkeit als Grundlagen demokratischer Resilienz“.
06 Oktober, 2026
News

Treffen der Rektorin der UFU mit dem Vorstand der UFU-Stiftung in New York

Am 20. September traf die Rektorin der UFU, Prof. Larysa Didkovska, im Rahmen ihrer Dienstreise in den USA mit dem Vorstand der UFU-Stiftung in New York zusammen.
22 September, 2026
News

Prof. Larysa Didkovska über ukrainische Identität im Krieg an der Schewtschenko-Wissenschaftlichen Gesellschaft von Amerika

Am 19. September hielt Rektorin Prof. Dr. Larysa Didkovska in der Shevchenko Scientific Society in New York einen Vortrag zum Thema „Transformationen und Wege zur Bewahrung der ukrainischen Identität im Krieg“.
21 September, 2026