16 Februar, 2026

Besuch des Außenministers der Ukraine Andrij Sybiha an der UFU

Am 12. Februar empfing die UFU den Außenminister der Ukraine Andrij Sybiha gemeinsam mit einer Delegation des Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Ukraine. Dieser Besuch war nicht nur ein offizielles Ereignis, sondern auch eine tief symbolische Geste der Anerkennung der Kontinuität des ukrainischen Geistes in Europa.

Symbole der Unerschütterlichkeit und des Gedenkens

Das Treffen begann mit einer herzlichen Begrüßung durch die Rektorin der Ukrainische Freie Universität, Prof. Larysa Didkovska. Sie präsentierte den hohen Gästen den Katalog der Kunstsammlung der Universität – ein Zeugnis der 80-jährigen kulturellen Mission der UFU in Deutschland.

Darüber hinaus überreichte die Rektorin dem Minister symbolische Erinnerungsstücke: einen Füller als Werkzeug zum Schreiben einer neuen ukrainischen Geschichte sowie eine Taschenlampe – als Symbol des Lichts des Wissens, das selbst in den dunkelsten Zeiten weiterleuchtet.

Als Zeichen des Dankes übergab der Minister der Universität bewegende Geschenke u.a. Honig aus den befreiten Gebieten der Ukraine.

Ein Archiv, das Geschichte atmet

Während einer Führung durch Archiv und Bibliothek mit über 100.000 Bänden lernten die Gäste einzigartige Schätze kennen, die das Fundament unserer Identität bilden: eine Ausgabe des „Kobzar“ von 1886 sowie das Wörterbuch von Borys Hrinchenko aus dem Jahr 1907.

Der Historiker Dr. Roman Tiutenko präsentierte wertvolle Dokumente:
✓ Personalakten des ersten Konsuls der Ukrainischen Volksrepublik in München Wassyl Orenchuk;
✓ Marerialien über den Wiederaufbau der UFU in München in den Nachkriegsjahren;
✓ Korrespondenz mit den bedeutenden Dissidenten Jewhen Swerstjuk und Lewko Lukjanenko;
✓ Archivfotos von Besuchen Zbigniew Brzezinski sowie des kanadischen Premierministers John Diefenbaker.

„Es geht nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft“, betonte Andrij Sybiha beeindruckt von der Tiefe der bewahrten Bestände. „Solche Zentren haben die Kontinuität des ukrainischen akademischen Denkens bewahrt, als unsere Geschichte in anderen Hauptstädten geschrieben werden sollte.“

Anerkennung und Synergie mit der Gemeinschaft

Ein besonderer Moment war das Treffen des Ministers mit der ukrainischen Gemeinde Münchens. Er zeichnete Vertreter der Zivilgesellschaft aus und verlieh der Ukrainischen Freien Universität eine Ehrenurkunde des Außenministeriums für ihren konsequenten Beitrag zur Förderung von Wissenschaft, Sprache und zur Stärkung der deutsch-ukrainischen Partnerschaft.

In der offenen Diskussion wurden zentrale Themen erörtert:
✓ Kulturelle Gegenoffensive – Rückgewinnung der Namen bedeutender Ukrainer und Aufbau eines nationalen Pantheons;
✓ Die Mission der Diplomatie – die Ukraine ist heute ein handelndes Subjekt, das seine eigene Zukunft gestaltet;
✓ Die Zukunft der Kinder – Strategien zur Rückkehr junger Menschen und die Rolle von Samstagsschulen bei der Bewahrung der Identität.

Der Minister initiierte zudem ein ehrgeiziges Ziel für die Gemeinschaft: eine Spendenaktion für moderne medizinische Ausrüstung (Da-Vinci-Operationssystem) zur Rettung ukrainischer Verteidiger und betonte, dass jeder Beitrag heute eine Investition in Leben sei.

​Trotz geopolitischer Turbulenzen bleibt die Ukrainische Freie Universität jener „Anker“, der das ukrainische Leben in Europa hält. Wir danken dem Außenministerium und Herrn Andrij Sybiha für diesen Besuch, der zu neuen Taten für die Ukraine inspiriert.

Gemeinsam bewahren wir die Vergangenheit – gemeinsam bauen wir die Zukunft! 🇺🇦🇩🇪

📝 Dr. Lilija Bondarenko

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