Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit fand ein internationales Zukunftsforum statt, das sich einem zentralen Thema unserer Zeit widmete: „Identität und Gerechtigkeit als Grundlagen demokratischer Resilienz“.
Im Rahmen des dritten Panels – „Wenn Krisen spalten: soziale Konflikte, Nationalismus und die Zukunft Europas“ – sprach der Kanzler der Ukrainischen Freien Universität, Dmytro Shevchenko, gemeinsam mit führenden europäischen Expertinnen und Experten, Denkerinnen und Denkern sowie Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten.
🔑 Zentrale Aussagen von Dmytro Shevchenko
▪️ Krisen als Quelle von Resilienz:
Auch wenn Krisen das Risiko gesellschaftlicher Spaltung bergen, können sie zugleich Nationen stärken und widerstandsfähiger machen. Die heutige Ukraine ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Herausforderungen eine unerschütterliche innere Stärke hervorbringen können.
▪️ Dekolonisierung statt imperialer Deutungsmuster:
Mit Blick auf die Frage des Nationalismus betonte der Kanzler die Bedeutung der Perspektive. Was aus der Sicht des russischen Imperialismus als „ukrainischer Nationalismus“ diffamiert wird, ist für die Ukrainerinnen und Ukrainer ein natürliches Streben nach Staatlichkeit, Selbstbestimmung und Dekolonisierung.
▪️ Die Rolle der Wissenschaft in Krisenzeiten:
Die akademische Gemeinschaft und die Forschung müssen eine entscheidende Rolle bei der Neubewertung historischer und politischer Prozesse übernehmen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind dazu aufgerufen, objektive begriffliche und analytische Instrumente bereitzustellen, imperiale Narrative zu entkräften und Gesellschaften dabei zu unterstützen, die tiefgreifenden tektonischen Veränderungen zu verstehen und zu analysieren, die Europa heute durchlebt.
🌐 Internationaler Dialog über die Zukunft Europas
An der Diskussion nahmen auch weitere Rednerinnen und Redner mit vielfältiger internationaler Erfahrung teil:
▫️ Cornelius Ochmann, Geschäftsführer der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, betonte: „Die Ukraine verteidigt heute Europa.“ Zugleich verwies er auf den Zerfall der vertrauten internationalen Ordnung sowie auf tektonische Veränderungen in den wirtschaftlichen und politischen Strukturen.
▫️ Lothar Galow-Bergemann, Schriftsteller und Publizist, sprach über die Krise der liberalen Demokratie und die Notwendigkeit, dass die gesellschaftliche Mitte über kritische analytische Instrumente verfügt, um die tieferen Ursachen gegenwärtiger Krisen zu verstehen.
▫️ Julia Chenusha, Mitbegründerin der DUWir gGmbH und Menschenrechtsaktivistin, unterstrich den inklusiven Charakter moderner Identität: „Je mehr Menschen sich unter einer gemeinsamen Identität wohlfühlen, desto stärker kann Deutschland in einem starken Europa sein.“
Wir danken den Organisatorinnen und Organisatoren sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihren wichtigen intellektuellen Beitrag zur Stärkung der europäischen Solidarität und der demokratischen Resilienz!


