20 September, 2026

New York: Prof. Larysa Didkovska über Anpassung in einer fremden Welt und den Erhalt des inneren Zuhauses

Am 19. September fand in der St. George’s Cathedral in New York ein Treffen der New Yorker Gemeinde mit der Rektorin Prof. Larysa Didkovska, statt. Im Mittelpunkt des Treffens standen die psychische Verankerung und die Überwindung emotionaler Erschöpfung in einer neuen Umgebung.

Laut Prof. Larysa Didkovska geht Emigration oft mit dem Verlust eines vertrauten Umfelds einher: soziale Rollen, Sprachraum, beruflicher Status und familiäre Beziehungen. Dies kann ein Gefühl der „Unsichtbarkeit“ und existenziellen Einsamkeit hervorrufen, wenn es scheint, als könne niemand im Umfeld die Erfahrung und den Schmerz des Verlusts der Heimat vollständig nachvollziehen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, zwischen zwei Welten zu leben – der Vergangenheit, die in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr existiert, und der Gegenwart, die noch nicht die eigene geworden ist. Besonderes Augenmerk wurde im Gespräch auf den Gestaltansatz gelegt. Anpassung wird nicht als Assimilation oder Ablehnung der eigenen Identität verstanden, sondern als kreative Auseinandersetzung mit einer neuen Umgebung.

„Einsamkeit bedeutet nicht die Abwesenheit von Menschen. Sie bedeutet den fehlenden Kontakt zu sich selbst und die fehlende Möglichkeit, die eigene Wahrheit zu hören“, betonte Prof. Larysa Didkovska.

Zu den praktischen Hilfen für die Genesung zählten körperliche Erdung, Selbstmitgefühl statt übermäßiger Ansprüche an sich selbst, alltägliche kleine Kontakte zu anderen Menschen und die Bewahrung der kulturellen Wurzeln.

Die Gemeinschaft spielt dabei eine wichtige Rolle. Kirchengemeinden und ukrainische Diaspora-Organisationen können zu Orten der Geborgenheit, gegenseitiger Unterstützung und der Wiederherstellung des Zugehörigkeitsgefühls werden.

Eine der zentralen Botschaften des Treffens war die Erinnerung daran, dass Heimat mehr ist als nur ein Ort auf der Landkarte. Sie umfasst auch unsere Werte, Erinnerungen, Kultur, die Verbindung zu anderen und die innere Stärke, die ein Mensch selbst fernab seiner Heimat bewahren kann.

 

Photos und Mitteilung: Pressedienst der St. Sophia Society USA

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