25 Februar, 2026

Filmsvorführung „2000 Meter bis Andrijiwka“

Am 24. Februar verbrachten wir den Tag in gemeinsamem Innehalten und in Solidarität bei der Vorführung des Dokumentarfilms des Regisseurs Mstyslaw Tschernow „2000 Meter bis Andrijiwka“.

Die Vorführung begann mit einem Wort der Rektorin der Ukrainischen Freien Universität, Prof. Larysa Didkovska. Ihre Ansprache wurde zu einer tiefgehenden psychologischen und historischen Analyse des Weges, den wir als Nation zurückgelegt haben:

„Die erste Phase eines jeden Verlustes ist die Phase des Schocks oder der Verleugnung. Am 24. Februar 2022 gab es keinen Menschen, der nicht sagte: ‚Nein, das kann nicht sein.‘ Heute wissen wir: Es konnte nicht nur sein – es war Teil der Idee eines Imperiums, dem nicht mehr viel Zeit bleibt“, betonte die Rektorin.

Prof. Didkovska hob zentrale Transformationen unserer Gesellschaft hervor:

🔹 Der Zusammenbruch des Mythos von der ‚Größe‘. Die Welt sah das wahre Gesicht des Aggressors – eine Armee von Plünderern und ein Imperium, das seine moralischen und historischen Grundlagen verloren hat. Die Angst, auf der seine Macht beruhte, ist zerfallen.

🔹 Von der Zielscheibe zu Handelnden. Das größte Verbrechen des Feindes war der Versuch, die Ukrainerinnen und Ukrainer zu entmenschlichen und uns zu einer rechtlosen Zielscheibe zu machen. Doch ein Opfer verteidigt sich nicht – es leidet. Wir aber haben bewiesen: Wir sind keine Opfer. Wir sind Menschen, die sich verteidigen und bestehen – auf dem Schlachtfeld, in der Technologie und im Ringen um Werte und Bedeutungen.

🔹 Posttraumatisches Wachstum. Was wir derzeit erleben, ist ein „Quantensprung“. Unsere Militärangehörigen und Fachleute zählen heute zu den erfahrensten Expertinnen und Experten, an die sich die zivilisierte Welt mit ihren Fragen wendet.

Der Film „2000 Meter bis Andrijiwka“ ist ein ehrliches und schonungsloses Zeugnis über den Preis unserer Freiheit. Er erinnerte uns an die Hunderttausenden von Leben – von Soldaten wie auch Zivilisten –, die dafür gegeben wurden, dass wir das Recht haben, zu sein.

Wir danken allen, die an diesem Tag mit uns waren – in der Kirche beim Gebet, bei Protestkundgebungen und im Saal unserer Universität. Wie Prof. Didkowska betonte, sind auch solche Veranstaltungen Teil unseres Widerstands und Ausdruck unserer gemeinsamen Standhaftigkeit.

Wir wünschten keinen „guten Film“.
Wir wünschten einen ehrlichen Blick auf eine Geschichte, die sich genau jetzt vollzieht.

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